Chantah - Der Zauber am schwindenden Horizont
 
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Die See der 1000 Inseln

ein Bild
Fotograf: Torsten Lohse
www. Pixelio.de

Die See der 1000 Inseln

Verachtet und verloren lebten wir dahin,
von der Welt gepeinigt und vergessen –
in einer Zeit der Missgunst und des Hochmuts.
Der Sinn ging nicht verloren, er war nie da.
All unsere Hoffnungen und Gefühle entschwanden langsam in der Triste des Daseins;
bis uns eines Tages die Stimme einer stolzen, tapferen Frau erweckte.
Sie erzählte von Sehnsucht,
von Mut und Einigkeit.
Es war die Stimme der bezaubernden Aglaya Silver,
die in unseren Herzen ein Feuer schürte – und wir folgten ihr...

So dämmerte in uns zum ersten Mal ein Morgen.
Und wir erhoben uns gegen die Unterdrücker!
Wir folgten dem stolzen Degen von Aglaya Silver, unsere Knechtschaft zu beenden.
Unter dem Banner der Freiheit, im Schoße des Meeres,
auf einem Schiff mit 5 Masten begann unsere Odyssee.
Ein Kreuzzug gegen all die Peiniger und Lügner, die uns aufhalten wollten.
Doch unsere Suche nach den verborgenen Enden dieser Wirklichkeit war unbeirrbar.
Unsere Heimat war die Weite des Ozeans,
unsere Mutter das leuchtende Firmament des Himmels.
Niemand vermochte uns aufzuhalten!
Nicht unsere einstigen Peiniger,
nicht die Heerscharen der Höllensoldaten,
nicht die Stürme, die die Planken unseres Schiffes marterten.
Und wir streiften die Wogen des ewig alten, sinnlosen Krieges
um falsche Liebe, Macht und Reichtum,
doch dieser kümmerte uns längst nicht mehr,
auf unserer leidenschaftlichen Suche nach der endgültigen Einheit mit unseren Herzen.
So gelangten wir in die See der 1000 Inseln.
Zu den mystischen Inseln,
in deren Grotten Schätze warteten, die man mit Gold nicht aufwiegen kann...
Unsere Herzen wurden vom Zauber dieser Orte verführt,
und wir entdeckten die Früchte unserer Hoffnungen und Sehnsüchte.
Trunken vor Glück und Stolz jubelten wir unserer Führerin zu;
Aglaya Silver, anmutig und schön wie eine Prinzessin des Lichts.
Wir lebten wie in einem Tanz über einen niemals endenden Regenbogen;
ein Orgasmus der Seele.
Wir tauchen in tiefen Lagunen
und naschen von immergrünen Bäumen.
So liegen wir nun, umgeben von smaragdgrün schimmernden Wassern
nackt in der Sonne und spüren den sanften Hauch der Ewigkeit
und den einzig wahren Seelenfrieden...

Doch die Wolken des Krieges sind am Horizont schon sichtbar.
Sie werden uns einholen, unser Paradies zerstören.
Die Marter unseres früheren sinnlosen Daseins wird erneut beginnen.
Doch wir werden ein zweites Mal aufstehen und kämpfen!
Wir werden weniger sein,
auch Aglaya Silver wird wohl nicht mehr mit uns ziehen können.
Wir werden weniger sein,
aber wir atmeten den Duft der größten Freiheit,
und wir werden ihn erneut atmen und die Ketten dieses Lebens sprengen;
..oder die süße Umarmung des Todes genießen...

06.06.2000

 
 
  Autor: Thomas Neumeier  
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